Themenwelt –
Mental Health

Corona- Vorlesungsreihe

Corona, die Medien und die Angst

Warum Angst ein größeres Problem sein kann, als das Virus
und was Medien damit zu tun haben.

Corona trifft und betrifft uns alle. Die Pandemie hat einschneidende Veränderungen in das Leben jedes Einzelnen gebracht und wirkt sich massiv auf das gesellschaftliche und ökonomische Zusammenspiel der gesamten Welt aus.

An der Uni München finden von November bis März die Corona Lectures statt, mit renommierten Dozenten verschiedener Fachrichtungen. In dieser Vorlesungsreihe wird das Thema aus wissenschaftlicher Sicht von unterschiedlichen Seiten betrachtet, unter Berücksichtigung der neusten Forschungsergebnisse, und hoffentlich jenseits der manchmal doch recht fragwürdigen Berichterstattung der Medien.

Ich werde hier auf meinem Blog jeweils eine Zusammenfassung der Vorträge einstellen, denn ich lese in den Foren, wie sehr Euch alle das Thema beschäftigt (logisch!) und wie dringend der Bedarf an fundierten Informationen ist.

Im heutigen Artikel möchte ich als Einstimmung zur Themenreihe noch einmal etwas schreiben zu:

Corona, die Medien und die Angst.

Über Ängste habe ich schon viel erzählt. Angst ist eine der Emotionen, die unser Denken und Verhalten maßgeblich beeinflussen kann. Streit, Kriege, Mord, Manipulationen, psychische Erkrankungen und eben auch die individuellen, politischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf diese Pandemie: hinter all dem steckt Angst mit ihren vielen Gesichtern. Und die Macht der Medien trägt einen großen Teil dazu bei, die Sorgen der Menschen zu schüren.

Ich werde nicht darüber diskutieren, ob die derzeitigen Maßnahmen notwendig sind oder nicht, sondern es soll darum gehen, wie die unterschiedlichen Haltungen der Menschen entstehen, wohin sie führen und was die Medien damit zu tun haben.

Im Journalistik Studium wurde uns gepredigt, neutral, politisch unabhängig, jenseits unserer persönlichen Meinung und ohne Stimmungsmache zu berichten. Ich glaube, die Corona Situation ist das beste Beispiel dafür, dass vor allem Letzteres ein hehres Ziel ist. Die Zeitungen und Sender überbieten sich geradezu mit reißerischen Botschaften, die umso krasser ausfallen, je länger Covid 19 wütet. „Die Angst macht Schlagzeilen. Im eskalierenden Konkurrenzkampf setzen die Medien auf die Krise als auflagen- oder einschaltquotensteigernde Maßnahme.“ (cicero.de)

Lasst es mal kurz wirken:

  • Sebastian Kurz, der österreichische Bundeskanzler, sagte am 30.03.20 in einer Berichterstattung zur Hauptsendezeit, dass jeder Österreicher bald jemanden kennen werde, der an Corona verstorben sei. Verstorben. „Kennen“ reichte nicht. (In Österreich waren zwischen März und Oktober „lediglich“ 940 Personen tatsächlich an Covid 19 gestorben. Es gibt nicht- öffentliche Informationen dazu, dass in internen Sitzungsprotokollen verzeichnet sei, dass diese Strategie absichtlich gewählt wurde, um dem Volk Angst zu machen, damit es die Lockdown Maßnahmen befolge. Diese Art der Manipulation wählte und wählt nicht nur Kurz!)
  • Bilder von einem Patienten fluten die Sender. Er liegt tot und unbemerkt auf dem Boden einer Krankenhaustoilette. Die Türe steht offen, unzählige Leute laufen vorbei. Keiner sieht ihn. Die Patienten mit sich selbst beschäftigt, das Krankenhauspersonal überfordert.
  • Autoschlangen vor italienischen Kliniken. Patienten werden durch die Fenster von Ärzten mit Sauerstoff versorgt.
  • „Bayern meldet aktuell, dass im Freistaat gesamt 12.700 Schüler und Lehrer [von 1,6 Mio. Schülern und 122 Tsd. Lehrern] zu Hause bleiben müssen.“ (Wir werden bombardiert mit Zahlen, schön aufbereitet und scheinbar logisch erklärt. Zahlen sind ein sehr wirkungsvolles Mittel, um zu überzeugen, denn es herrscht der allgemeine Glaube, dass Zahlen eindeutig seien. Doch insb. Statistik ist nur so aussagefähig, wie ihre Interpretation. Und wer kann beweisen, dass sie stimmt?)
  • Tagesschau Heute: „Infektionsschutzgesetz: Kampagne mit Nazi Vergleich.“
  • Schreiende und schimpfende Menschen ohne Maske auf Corona Demos und Polizisten, die mit Wasserwerfen in die Menge sprühen.

Eindrücke wie diese laufen seit März 20 in Endlosschleifen, Stunde um Stunde, Tag für Tag. Obwohl wir alle dem längst überdrüssig sind, schalten wir immer wieder ein; ein Effekt, den man „negativity Bias“ (Negativitätsverzerrung) nennt. Wir gewichten negative Informationen mehr als Positive, vermutlich weil unser Gehirn auf Gefahr programmiert ist. Und wir konzentrieren unsere Aufmerksamkeit auf das, was unsere (individuellen) Ängste bestätigt. Doch je mehr wir uns auf Risiken fokussieren, umso größer wird die Angst, denn wie lernen wir? Durch Wiederholung.

Schauen wir uns einige Corona Ängste nun genauer an:

Da ist die Angst vor dem Tod, die Sterbensangst.

Es gibt Menschen, die fürchten vor allem das Virus an sich und seine Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Sie tragen Masken, wenn sie allein im Wald spazieren gehen und Einmalhandschuhe beim Einkaufen. Jeder, der Ihnen einen Schritt zu nahekommt, triggert eine massive Stressreaktion und wird zur absoluten Bedrohung. Demonstranten ohne Masken sind ihre größten Feinde, selbst wenn sie ihnen nie begegnen werden, denn sie verlassen ihr Haus nur im allergrößten Notfall. Menschen mit dieser Angst sind entweder in einem Alter, das sie als Risikopatienten einstuft oder sie haben Erfahrungen mit Krankheit und Tod, die sie als bedrohlich empfinden oder empfunden haben.

Existenzängste sind überall spürbar.

Wirte, Betreiber von Fitnessstudios, Nagelstudios uvm., sie alle haben die strengen Hygienekonzepte umgesetzt, eigenverantwortlich und unter größter Sorgfalt. Und doch sind sie es, die am härtesten „bestraft“ werden. Sie müssen erneut schließen und nicht wenige davon werden trotz staatlicher Hilfen ihre Existenz verlieren. Sie haben keine Möglichkeiten mehr. Sie können nicht einmal irgendwo von vorne anfangen, denn momentan ist irgendwo gleich nirgendwo.

Regelverstöße fürchten die, die sehr sicherheitsbedürftig sind.

Je bedrohlicher eine Situation wahrgenommen wird, umso dringlicher ist der Wunsch nach Ordnung. Regelgläubige Menschen haben oft eine generalisierte Angst. Und in diesen Zeiten halten sie sich engstens an das, was die Politik vorgibt. Jeder, der seinen Spielraum etwas großzügiger auslegt, wird zur Bedrohung. Sie verbieten Ehepartnern und Kindern, irgendjemanden außerhalb der eigenen Familie zu treffen, Nachbarn werden angezeigt, wenn mehr als drei Leute durch die Wohnungstüre gegangen sind und jeder wird zum Feind, der nicht selbst in der Einsamkeit der Natur eine Maske trägt.

Wer allein lebt, den trifft die Angst vor Isolation und Einsamkeit mit voller Wucht.

Menschen sind „Herdentiere“. Wir brauchen den Kontakt, den Austausch und den Spiegel anderer für unsere seelische und körperliche Gesundheit. Einsamkeit und Alleinsein waren, neben Hunger, immer schon die größten Bedrohungen der Menschheit. Mit dem Lockdown wird also eine Urangst reaktiviert.

Die Angst vor einem totalitären Staat ist allgegenwärtig, quer durch alle Generationen.

Freie Demokratie ist einer unserer größten Werte. Überwachung durch den Ausbau der Digitalisierung, Corona App, Einschränkung der Grundrechte, Entmündigung, möglicher Impfzwang und ein Gesetz, dass Lockdowns legalisieren soll: DDR hatten wir schon und wir alle sehen, was in diktatorischen Staaten passiert. Niemand möchte das erleben.

All diese Ängste sind gerade normal und oft genug berechtigt. Jeder hat das Recht, gehört, gesehen und ernstgenommen zu werden. Es ist wenig hilfreich und unfair, sich gegenseitig anzuklagen, Freundschaften zu kündigen und Nachbarn zu diffamieren, nur weil den einen eine andere Sorge umtreibt als den anderen. Jeder versucht auf seine Weise, zu überleben, auch wenn das Mittel der Wahl nicht immer das Beste ist.

Reden is Key!

Sprecht miteinander, teilt Euch mit. Nutzen wir Corona als Chance, das Stigma und die Scham der Angst abzuwerfen, denn jetzt sitzen wir alle im selben Boot. Der Feind ist nicht der Nachbar, sondern das Virus. Nur durch offene, konstruktive und positive Kommunikation, durch Wahrheit und Eindeutigkeit von allen Seiten, können wir diese Krise gemeinsam überstehen.

Gesund bleibt, wer sich vor Ansteckung schützt.

Angst ist ansteckender und schädlicher als Corona. Das, was Medien zeigen, ist immer nur ein Ausschnitt und kein Gedanke wird gleich zur Wahrheit.