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Autismus

Aimovig bei chronischer Migräne

Fluch oder Segen?

Erfahrungen mit dem neuen Antikörper zur Migräneprofilaxe

Ganz anderes Thema heute: „Aimovig“ gegen chronische Migräne. Off Topic für meinen Blog, aber egal. Ich weiß, dass einige von Euch genauso unter Migräne leiden, wie ich. Deshalb stelle ich Euch hier ein paar Infos aus meinen Recherchen zur Verfügung. Ich hoffe, Ihr könnt davon profitieren und so besser einschätzen, ob Ihr das Medikament ausprobieren, weiter spritzen oder eben nicht oder nicht mehr nehmen wollt. Vielleicht sind auch einige Ärzte unter Euch, denen meine Ausführungen helfen, Patienten umfassender zu informieren und/oder deren Nebenwirkungen besser einzuschätzen.

Wie immer vorweg: Ich bin nicht „vom Fach“ und kann/werde deshalb nicht in die medizinischen oder pharmakologischen Details einsteigen. Ich halte mich möglichst allgemein und beschränke mich auf das Wesentliche. Das reicht auch völlig aus, um eine Idee davon zu bekommen, mit was wir es hier zu tun haben.

Los geht’s:

Aimovig ist ein Antikörper, der den Botenstoff CGRP (Calcitonin- Gene- Related-Peptide) im Gehirn blockiert, der bei Migräne vermehrt ausgeschüttet wird. Dieser Vorgang wird für den migränetypischen Schmerz verantwortlich gemacht, der dann meist 72 Stunden bleibt.

Das Medikament ist, neben zwei weiteren mit ähnlichem Mechanismus, seit Anfang 2019 in den Stärken 70 mg und 120 mg in Deutschland zugelassen. Die USA waren ein Jahr früher damit am Start, daher gibt es besonders von dort schon einige recht fundierte Patientenaussagen zur Verträglichkeit.

Ich selbst bin jetzt im zweiten Monat mit Aimovig. Es wirkt, doch auch bei mir stellten sich ziemlich schnell einige Nebenwirkungen ein. Nach meiner ersten Injektion konnte ich dabei noch von Zufall ausgehen. Doch wenn etwas unter denselben Bedingungen genauso wieder auftritt und andere dasselbe erleben, muss es einen Zusammenhang geben.

Was macht CGRP?

Man geht davon aus, dass Migräne durch eine sog. neurogene Entzündung verursacht wird, die nicht durch Keime entsteht, sondern durch ein Geschehen im Gehirn. Mit beteiligt an dieser Entzündung ist vermutlich eben dieses CGRP, das aus Nervenfasern des Trigeminusnervs freigesetzt wird.

Dieses sog. Neuropeptid wird im peripheren und zentralen Nervensystem, in den sensorischen und motorischen Nerven und von der Schilddrüse gebildet. Es ist, zusammen mit anderen Botenstoffen, an der Reizübertragung beteiligt und triggert bei einer Migräneattacke die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Trigeminuskern und im Gehirn. Blockiert man es mit einem dieser neuen Antikörper, bleibt bei vielen der Schmerz aus, wird nur schwach wahrgenommen oder tritt seltener auf, egal wie hoch die Ausgangsfrequenz der Anfälle war und unabhängig von der Art der Migräne. Die Aura bleibt allerdings in der Regel bestehen. Die Wirkung tritt nach ein paar Tagen ein und hält ca. einen Monat an. Dann ist die nächste Injektion fällig. Nach ca. 3 Monaten wird zu einer Pause geraten. Doch, kaum eine Wirkung ohne Nebenwirkung. Manche spüren gar nichts, andere merken sie sofort, die meisten spätestens ab der dritten Dosis. Das ist laut meiner Recherche auch der kritische Moment, in dem sich schon vorhandene Begleiterscheinungen potenzieren und den einen oder anderen zum Absetzen zwingen. Vielleicht ist dem Hersteller das durchaus bewusst. Warum sonst sollte er zu einer Unterbrechung zu genau diesem Zeitpunkt raten.

Was macht die Nebenwirkungen?

CGRP wird nahezu überall im Körper gebraucht, man kann es nicht selektiv, also nur im Gehirn, hemmen und es gibt keine Langzeitstudien am Menschen, die zeigen, was passiert, wenn es längerfristig an wichtigen Schaltstellen fehlt oder zu niedrig ist. Wenn Ihr so wollt, sind wir Migräniker hier die Pioniere.

Was sagen die Patienten?

Machen wir mal einen kleinen Bodyscan:

Schilddrüse:

Ich habe meine Schilddrüsenwerte noch nicht kontrollieren lassen, muss das nun aber mal tun.

Unter Aimovig wird über veränderte Schilddrüsenparameter berichtet. Diejenigen, die Medikamente zur Substitution bei Schilddrüsenerkrankungen nehmen, müssen z.T. neu eingestellt werden. Je höher die Dosis (140 mg), umso wahrscheinlicher ist das.

Wie oben schon geschrieben, wird CGRP u.a. in der Schilddrüse gebildet. Wird es blockiert, scheint sich das verändernd auf die Werte auszuwirken. Liegt ja auch nahe. Genaueres habe ich hierzu in der frei zugänglichen med. Literatur aber nicht finden können.

Herz- Kreislauf:

Nicht wenige Patienten berichten über Herzstolpern, erstmalige Blutdruckkrisen schon in sehr jungem Alter und andere Herz- Kreislauf Beschwerden, die in der Regel unmittelbar! nach der dritten Injektion auftraten und zum Abbruch führten.

Auch mein Blutdruck ist höher als gewohnt.

CGRP spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks, vor allem soll es einen hohen Blutdruck verhindern. Es scheint im Alter abzunehmen, der Blutdruck steigt. Es ist unklar, wie es sich mittel- und langfristig auf die Herzgesundheit vor allem junger Menschen auswirkt, wenn sie über längere Zeit ein Medikament bekommen, das den Neurotransmitter blockiert. Man geht weiterhin davon aus, dass die Hemmung dieses Botenstoffes oxidativen Stress in der Aorta, der Hauptschlagader, produziert. Welche Folgen das haben kann, ist unklar. Die Aussage ist: Menschen mit hohem Blutdruck sollten keine Migräneantikörper nehmen.

Gehirn:

Patienten berichten von teilweise so heftigen Schwindelattacken, dass sie nicht mehr aufstehen oder das Haus verlassen können. Sehr viele sind von Schlaflosigkeit betroffen, trotz massiver und ständiger Müdigkeit, die so einschränkt, dass sie arbeitsunfähig werden. Auch erhöhtes Durstempfinden, ständige Übelkeit und Zyklusstörungen kommen häufig vor. Auch bei mir fing die Übelkeit beide Male nach 5 Tagen an. Sie kam 5 Tage, sie blieb 5 Tage, sie ging 5 Tage. Es gibt Domperidon zum Frühstück. Was Müdigkeit und Schlafstörungen betrifft, bin ich nicht repräsentativ, denn ich schlafe auch ohne Aimovig schlecht. Ich merke noch keinen Unterschied, aber noch weniger oder schlechter schlafen: bitte nicht.

CGRP ist ein Inhibitor der Thrombozytenaggregation. Die Blutgerinnung bleibt also geschmeidig, wenn genug davon im Körper vorhanden ist. Fehlt es, kann das zu Embolien führen, auch im Gehirn (Schlaganfall).

Die Schwindelattacken könnten von der gefäßverengenden Wirkung verursacht werden. Die Durchblutung leidet einfach, wenn die Gefäße zu eng stehen.

CGRP wird außerdem für die Hormonproduktion in der Hypophyse gebraucht, einschließlich die der Wachstumshormone und der Hormone, die den Zyklus der Frau regulieren. Blockiert man diesen Mechanismus, kann das weitreichende Störungen zur Folge haben. Bei Frauen kann sich der Zyklus verändern oder die Periode ausbleiben. Das Wachstumshormon wird nicht nur bei jungen Menschen für die Entwicklung ihrer Größe und die Differenzierung der Zellen gebraucht. Es fördert den Fettabbau, es reguliert den Blutzucker, es stimuliert die Calcitriol Bildung, was für die Knochendichte wichtig ist, und es wird für das Immunsystem gebraucht.

Auch die Melatonin Produktion (Schlafhormon) wird durch die Hemmung des Botenstoffes negativ beeinflusst. Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit sind dann die Folgen.

Ein weiterer Nebeneffekt betrifft die Area Postrema, das Brechzentrum, genauso wie Bereiche des Gehirns, die für die Flüssigkeitsregulation und das Durst- und Hungerempfinden verantwortlich sind. Daher die Übelkeit und der Durst.

Lunge:

Asthmatiker berichten von einer Verschlimmerung der Anfälle durch Aimovig.

CGRP ist in der Lunge in großen Mengen vorhanden. Blockiert man es, kann Lungenhochdruck entstehen und eben auch Embolien. Bereits bestehendes Asthma kann sich verschlimmern.

Magen-/Darm

Verstopfung ist die wohl bekannteste Nebenwirkung von Aimovig, die sich bei den meisten sofort bemerkbar macht. Einige sagen, sie hätten im Krankenhaus behandelt werden müssen wegen eines drohenden Darmverschlusses. Seltsamerweise merke ich davon nichts, denn ich bin eine „Verstopfungskandidatin“. Auch von Magenschmerzen wird berichtet. Die habe ich auch ab und an seit der zweiten Dosis. Sie halten aber nicht lange an.

CGRP reduziert die Bildung der Magensäure. Fehlt es, kann zu viel Säure ausgeschüttet werden, der Schutz der Magenwände kann löchrig werden. Magengeschwüre können sich bilden und vorhandene Ulcera und Entzündungen können sich gefährlich verschlimmern. Außerdem wird die Peristaltik, also die Magen- Darmbewegung, gehemmt, daher kann es zu Verstopfung kommen. Ein weiteres Problem, das durch eine verlangsamte Magen-Darm-Passage entstehen kann: Tabletten wirken anders.

Haut

Migränepatienten berichten, dass sie unter Aimovig sog. „Flushes“ erleben. Das sind spontane Rötungen der Haut, vor allem im Gesicht. Anderen ist ständig zu heiß oder zu kalt. Manche Patienten, die unter dem Raynaud Syndrom leiden, erfahren eine Verschlimmerung und einige sagen, dass Wunden nicht heilen.

CGRP ist an der Wärmeregulation und der Wundheilung beteiligt. Wird es blockiert, scheinen diese Abläufe gestört zu sein.

Weiterhin wirkt diese Substanz Allergien entgegen, vor allem bestimmten Formen, die sich an der Haut bemerkbar machen.

Knochen

CGRP reguliert den Knochenstoffwechsel, indem es die Osteoblasten stimuliert. Die Frage, ob sich eines der neuen Migränemedikamente negativ auf die Knochendichte auswirkt, kann vermutlich noch lange nicht beantwortet werden. Bedenkt man jedoch, dass offensichtlich sowohl die weiblichen Geschlechtshormone, die wesentlich sind für einen gesunden Knochenstoffwechsel, als auch die Osteoblasten unter einem verminderten CGRP Spiegel leiden, kann man davon ausgehen, dass sich eine Langzeitanwendung negativ auf die Knochendichte auswirken wird.

Nieren und Blase

Patienten berichten über vermehrte Blasenentzündungen und Blasenschmerzen. Das ist eine der Nebenwirkungen, die bei mir sofort auftrat. Ich habe allerdings eine vorgeschädigte Blasenschleimhaut.

CGRP wird eine schützende und immunstimulierende Wirkung auf die Nieren und die Blase zugeschrieben. Fehlt es, werden diese Organe vermutlich anfälliger für Infektionen. Es gibt eine Menge Infos zu dieser Substanz und dem Harntrakt, die aber so englischsprachig -fachspezifisch sind, dass ich mich lieber nicht daran versuche, sie hier richtig wiederzugeben.

Muskeln

Ganz viele leiden unter Aimovig unter steifen Muskeln und Muskelschmerzen. Auch ich fühle mich wie eine 80jährige, obwohl ich als Sportlerin nie Probleme mit steifen Muckis hatte. Jetzt darf ich  keinen Schneidersitz mehr machen, denn ich kriege die Beine nicht mehr gerade. Und wenn ich nach längerem Sitzen aufstehe, muss ich fast Anlauf nehmen. Meine Waden sind nahezu wund und meine Sehen tun weh. Es fühlt sich an, als könnten meine Muskeln nicht mehr lockerlassen. Magnesium hilft auch nicht. Es wurde merklich besser, als die erste Dosis nachließ und haut jetzt gerade wieder voll rein.

Der Botenstoff wirkt angeblich entspannend auf die Muskulatur. Das würde erklären, warum so viele unter diesen steifen Muskeln leiden.

Bauchspeicheldrüse:

Diabetiker unter Aimovig haben Schwierigkeiten, ihren Insulinspiegel zu regulieren.

CGRP ist in der Bauchspeicheldrüse aktiv und wirkt an der Justierung der Insulinausschüttung mit.

Stoffwechsel

Manche nehmen an Gewicht zu, die meisten nehmen ab, ohne (gefühlt) etwas an ihrem Essverhalten zu ändern. „Gefühlt“, denn diejenigen, die unter ständiger Übelkeit leiden, essen vermutlich automatisch weniger.

Es ist wohl unklar, wie sich eine Hemmung des Botenstoffes auf das Gewicht auswirkt, aber man geht davon aus, dass der Stoffwechsel beeinflusst wird.

Schmerzen bei Arthritis und andere Schmerzsyndromen

Ich habe hier keine Aussagen von Patienten gefunden.

Es könnte aber sein, dass eine Hemmung des CGRP nicht nur Migräneschmerzen lindert, sondern auch positive Effekte auf andere Arten von Schmerz hat. Denn es wird in diversen Körpersystemen bei Schmerz ein erhöhter Level gefunden. Das wäre ja mal eine gute sekundäre Wirkung für diejenigen, die mit diesen Erkrankungen zu tun haben.

Und sonst so?

Aimovig wirkt nicht, auch nicht in der 140 g Dosis

Es kommt bei einigen vor, dass die Wirkung ausbleibt. Sie wechseln zu einem der anderen Antikörper oder bleiben bei der altherkömmlichen Therapie.

Die Migräne verschlimmert sich unter Aimovig

Das ist ja nun nicht Sinn der Sache, passiert aber gar nicht so selten. Diese Patienten erzählen, dass sie unmittelbar nach der Injektion einen schlimmen Anfall hatten, der relativ lange anhielt. Bei manchen bliebt die Migräne als Status, bis die Wirkung von Aimovig nachließ, also vier Wochen! Bei anderen hörten die Anfälle nach der ersten Verschlimmerung auf oder wurden merklich weniger. Heißt, das Medikament tat, was es sollte.

Auch mir ging es beide Mal so, dass ich ein paar Stunden nach der Spritze eine Attacke bekam und die Anfälle dann leichter und weniger wurden.

Worst- Case: Die Triptane wirken nicht mehr

Das, Leute, erleben fast alle unter Aimovig. Ich auch.

Und unsere Neurologen scheinen diesen Effekt nicht zu kennen.  Die meisten trifft es beim ersten Mal unvorbereitet und ohne Plan B, sofern es den überhaupt gibt. Triptane sind regelrechte Lebensretter. Wenn trotz Aimovig ein Anfall kommt, der tagelang bleibt, und man hat nichts, das hilft, ist das der Supergau.

Doch warum versagen die Triptane?

Ich versuche mal eine ganz vereinfachte Erklärung: Man vermutet, dass auch Triptane die Freisetzung des CGRP an deren Rezeptor hemmen. Diese Wirkung läuft bei Triptanen über die Beeinflussung der Serotoninrezeptoren.

CGRP Antagonisten blockieren den CGRP Rezeptor unmittelbar und längerfristig, unter Umgehung des Serotonin. Wenn der CGRP Rezeptor durch Aimovig bereits blockiert ist und (trotzdem) eine Attacke entsteht, kann das Triptan möglicherweise nicht mehr andocken, weil die Schaltzentrale schon besetzt ist. Das würde auch erklären, warum es nicht hilft, das Triptan zu wechseln und warum Triptane wieder wirken, wenn der CGRP Hemmer vom Körper abgebaut ist. Das dauert aber laut der Patientenberichte umso länger, je mehr Injektionen verabreicht wurden.

Der Rebound Effekt

Meine Post- Aimovig-Attacke hat über 10 Tage gedauert und war nur durch Cortison und letztendlich durch die nächste Dosis Aimovig zu beruhigen. Triptane: Fehlanzeige. Bei sehr vielen Patienten, die Aimovig unterbrochen oder abgesetzt haben und bei denen, die einen Wirkungsverlust hatten bevor die nächste Injektion fällig war, trat dieser Rebound Effekt auf.

Schlimmer geht immer. Und schlimmer als eine Attacke unter Aimovig ist die Attacke, die kommen kann, wenn die Wirkung der Antikörper nachlässt. Die Attacke dauert beim Großteil über 10 Tage, wechselt immer wieder die Seite und ist so stark, dass es kaum auszuhalten ist. Vor allem, weil die Triptane eben nicht oder nur unzureichend wirken und alles andere sowieso schon lange versagt hat. Kaum jemand mit schwerer und chronischer Migräne profitiert auch nur annähernd von „normalen“ Schmerzmitteln, ja nicht mal von Opioiden.

Das Versagen der Triptane ist für die meisten das größte Problem, denn es gibt keine Alternative- außer die der Antikörper.

Und nun zum schwierigsten Punkt, zum Fazit.

Was soll ich Euch sagen? Fakt ist, wer seit Jahren oder Jahrzehnten unter schwerer Migräne leidet, für den ist auch nur ein einziger Tag ohne Schmerz und ohne Aura ein Gewinn. Ein Medikament, das beim Großteil der Anwender die Anfälle drastisch reduziert in ihrer Häufigkeit und Schwere, ist der Jackpot. Und für einen Jackpot nimmt man einiges in Kauf. Seien wir ehrlich: Die meisten von uns haben alles durch, was der Pharmamarkt so an Profilaxen hergibt.

Und, waren die alle ohne Nebenwirkungen? Nein! Alle Profilaxen haben Nebenwirkungen und die, die am besten wirken, hauen am schlimmsten rein. Das scheint so eine Art Gesetz zu sein.

Topiramat anybody? Genau. Wenn man nicht mal mehr weiß, wann man Geburtstag hat und selbst Routineabläufe nicht mehr hinbekommt, ist das auch nicht gerade zum Lachen.

Amitriptylin? 20 kg zugenommen? Beschissen. Aber egal, Hauptsache der Schmerz ist weg.

Schmerzfrei ist das, was zählt.
So geht es nun auch vielen unter Aimovig oder einem der anderen Antikörper. Es ist unglaublich viel verlangt, eine Krücke, die so gut stützt, wieder aufzugeben. Sei es, weil man nicht mehr latschen kann, weil die Blase brennt oder man jeden Tag etwas gegen Übelkeit nehmen muss. Bluthochdruck? Dann lieber einen Blutdrucksenker zusätzlich als auf Aimovig verzichten. Ich verstehe das, mit geht´s ja nicht besser. Trotzdem kann ich Euch leider keinen Rat geben, Euch nicht sagen, macht es oder lasst es. Diese Entscheidung muss jeder selbstverantwortlich treffen.
Außerdem: Ihr müsstet Euch gut genug kennen, um einschätzen zu können, ob Ihr wirklich eine Nebenwirkung spürt oder ob eher die Angst davor ein Auslöser für Eure Beschwerden sein könnte. Denn nicht alles, was nicht so ist wie immer, kommt von einem Medikament, das man evtl. gerade nimmt. Kann, muss aber nicht.

Was ich Euch noch mitgeben möchte: Lasst Euch gut durchchecken, bevor ihr mit einem dieser neuen Medikamente anfangt. Kardiologe und Gastroenterologe würde ich nahezu als Pflichtprogramm sehen. Und überlegt mit Euren Ärzten, was Ihr tun könnt, wenn die Triptane versagen. Ich hoffe, es gibt dann eine Lösung für Euch.

Aimovig ist ein Segen für diejenigen, denen es gut hilft und die kaum oder gar keine Nebenwirkungen spüren. Es ist schade, wenn es gar nicht hilft und ein Fluch, wenn es gut wirkt aber noch besser nebenwirkt. Denn dann weiß man, was man haben könnte und kann es doch nicht erreichen. Ich wünsche Euch, dass Ihr zu denen gehört, die auch langfristig davon profitieren.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/fuer-hypertoniker-nicht-zu-empfehlen/

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