Themenwelt – Autismus und Essstörungen

Gutes neues Jahr

Ein paar persönliche Worte und

was Euch 2020 auf meinem Blog erwartet

Ein gutes, gesundes und freudvolles 2020 wünsche ich Euch

Für mich ist der Beginn eines neuen Jahres auch (fast) zeitglich der Anfang eines neuen Lebensjahres.
Nach den wenigen Auf´s und den vielen Ab´s der vergangenen Jahrzehnte war das letzte Jahr ein wirklich gutes Jahr und diese Silvesternacht die erste ohne Shutdown. Es kann also nur gut weiter gehen.

Wer einen Geheimtipp braucht für den 31.12.2020: Flughafenhotel.
Man möchte es kaum glauben, aber am Flughafen ist an Silvester Ruhe. Flughafenhotels sind schallgeschützt. Ich habe nichts gehört. Keine Knallerei, keine Kirchenglocken, keine Zimmernachbarn. Perfekte Autistenlokation für so eine Nacht. Nächstes Jahr gerne wieder!

2019 ist viel (Autismus typischer) Arbeits- und Alltagsstress weggefallen. Ich kann mein Leben besser nach meinen Bedürfnissen ausrichten. Ich mache, was meine Leidenschaft ist: Ich schreibe meinen Blog. Ich teile mein Wissen und meine Erfahrung mit Euch und hoffe, so wenigstens dem einen oder anderen
da draußen einen Weg aufzeigen zu können, der machbar ist und Lebensqualität bringt.

Mein Blog ist so aufgebaut, dass erstmal ein Wissensteil abgearbeitet wird, vor allem zum Thema Essstörungen, denn hier ist Wissen Macht! Das habe ich an mir selbst bemerkt. Je mehr ich weiß, umso besser gelingt es mir, mich einigermaßen vernünftig zu ernähren. Ich werde nie ohne Rituale und Same Food sein, ich bin nun mal Autistin. Aber das darf kein Grund sein, nicht gut auf mich zu achten. Besser geht immer.
Ich bin noch auf der Suche danach, wie es leichter gehen könnte, denn der Recovery Weg, der bei Essstörungen ohne Autismus gute Erfolge bringt, passt für mich nicht. Dafür ist mein Erleben und mein Verhalten zu anders und die Regeln dieser Methoden halte ich für Autisten generell für ungeeignet.
Autismus und Essstörung sind verzahnt, daher bin ich nicht sicher, ob Heilung, zumindest von ARFID, möglich ist. Was meint ihr? Bitte teilt Eure Erfahrungen, schreibt in die Kommentare oder mailt mir, davon profitieren alle.

Ihr werdet im Laufe des Jahres noch viel Information bekommen über Recovery und die entsprechenden Methoden und Tools.

Woher ich das alles weiß?
Naja, Autistin bin ich selbst 🙂 und ein Journalistikstudium hilft ungemein beim Recherchieren, Analysieren und Weitergeben von Infos. Als Autistin sammle ich Wissen, um mir selbst zu helfen . Oft tue ich das in Form von Ausbildungen. Die sind so schön vorstrukturiert. Mein Beruf als Sozialpädagogin schenkt mir 26 Jahre Erfahrung im Umgang mit allen Menschentypen und allen Problemen, die Menschen so haben können. Coaching Ausbildungen, Eating Psychology Coaching, ED Recovery Coaching, helfen mir und hoffentlich Euch, einen guten Weg zu finden und zert. Ernährungsberaterin bin ich auch. Ausgerechent ich. Kaum zu glauben, aber wahr. Ich wollte einfach wissen, wie´s geht. Es war nicht umsonst, aber erwartet besser keine Rezepte von mir. Ich habe mit allem rund um Küche nichts am Hut. Ich bin froh, wenn ich mich in einem Supermarkt zurechtfinde, der anders angeordnet ist, und zwei Töpfe gleichzeitig auf dem Herd sind eine guter Test für den Feuermelder. Ernährungspläne basteln kann ich, ich halte aber nichts davon, zumindest nicht im Zusammenhang mit Essstörungen. Warum, dazu dürft ihr auch bald etwas lesen.

Im Autismusteil geht es ganz viel um autistisches Erleben, woher das kommt und später auch, was das Leben im Spektrum vielleicht etwas entspannter machen könnte. Auch hier, bitte teilt Eure Erfahrungen.

Geplant ist, ein Forum in den Blog zu integrieren, das nur für erwachsene Autisten mit Essstörungen und für Menschen mit Essstörungen auch ohne Autismus offen sein wird und das moderiert werden wird. Wenn meine Freundin Daniela mit einsteigen kann und will, wird es zweisprachig sein. Ich kann gut Englisch, aber ich kann den Job in zwei Sprachen allein nicht bewältigen. Daniela lebt derzeit in USA und testet den „Health at Every Size“ Ansatz. Auch dazu kommen noch einige Artikel, der eine oder andere hoffentlich auch von ihr. Das lasse ich aber erstmal noch offen.

A propos : Gastartikel sind immer willkommen!

Ich werde das Forum auf diese Kombinationen beschränken, weil das Wissen über Essstörungen  meiner Kenntnis nach in Deutschland nicht so ganz up to date ist und Betroffene deshalb oft ziemlich verloren sind und mit ständigen Rückfällen zu kämpfen haben. Unter Menschen mit Essstörungen sind einige mit diagnostiziertem Autismus und einige, die vielleicht deshalb nicht vom Fleck kommen, weil Autismus nicht erkannt wurde. Hier ist Austausch dringend notwendig.

Alle Autisten mit Autismus typischen Problemen finden im Aspies- Forum oder anderen Autistenforen viel Info und Hilfe, da braucht es mein Forum nicht auch noch. Ich bin aber gerne offen für Anregungen und Vorschläge.

Der nächste Artikel zum Themenbereich Essstörung wird einer der wichtigsten sein, den ich bisher geschrieben habe. Es wird um Orthorexie gehen, eine Essstörung, die sich hinter gesunder Ernährung tarnt und die „Einstiegsdroge“ für andere Essstörungen sein kann. In diesem Artikel teile ich viel wichtiges Grundwissen. Er erscheint vor. Anfang nächster Woche.

Im Bereich Autismus wird es bald um den Want-Like-Want-Circle gehen. Warum können wir manchmal nicht dranbleiben? Warum können wir so oft nicht tun, was wir doch eigentlich tun wollen? Diese Einschränkung empfinde ich mitunter als sehr belastend, umso interessanter ist es, zu verstehen, was da schiefläuft und warum.

Jetzt noch ein paar Worte zu den guten Vorsätzen:

Ich selbst habe das längst aufgegeben. Für mich sind die kleinen und überschaubaren Ziele wichtig, die Erfolgserlebnisse möglich machen und sich oft eher situativ ergeben. Ich bewege mich lieber zu etwas hin, anstatt von etwas weg. Nicht weg vom Problem, sondern hin zur Lösung.

Liebe Essis unter Euch: bitte lauft nicht dem Neujahrstrend des Fastens hinterher. Niemand sollte das tun. Siehe demnäscht mein Artikel über Orthorexie.

Gespräche über Figur und Diäten sind um diese Jahreszeit fast nicht zu vermeiden. Bleibt auf Eurem Weg. Lasst Euch nicht triggern. Auch für Menschen ohne Essstörungen ist fasten und diäten nicht so wirklich gesund, aber für manche von uns würde so ein Verhalten bedeuten: der ganze recovery Prozess fängt von vorne an. Mal abgesehen von den körperlichen Folgen. Ihr seid ok so wie ihr seid! Ihr Alle!

Passt auf Euch auf, habt ein tolles 2020!

Bis bald

Eure @ Ani